Die vier Einstiege
Zwischen dem gefalteten Blatt und einem ferngesteuerten Modell liegen mehrere Stufen, und die meisten überspringen zu viele davon auf einmal.
- Wurfgleiter
- Ein Modell aus Balsaholz oder Depron, das von Hand geworfen wird. Kostet wenige Euro, verzeiht Abstürze und lehrt genau das, was auch beim Papierflieger zählt: Schwerpunkt und Anstellwinkel. Der ehrlichste erste Schritt.
- Hangsegler
- Ein ferngesteuertes Segelflugmodell ohne Motor, das den Aufwind an einem Hang nutzt. Ruhig zu fliegen, technisch überschaubar, aber vom richtigen Gelände und der richtigen Windrichtung abhängig.
- Motormodell
- Elektroantrieb, startet von jeder ausreichend großen Wiese. Die verbreitetste Einstiegsform, weil unabhängig von Wind und Gelände. Ein Trainermodell mit einem erfahrenen Piloten daneben ist der übliche Weg.
- Drohne
- Technisch der leichteste Einstieg, weil die Elektronik das Fliegen übernimmt. Rechtlich dagegen der anspruchsvollste. Was dabei gilt, steht unter Drohnen.
Woraus Flugmodelle gebaut werden
- Balsaholz mit Bespannung
- Die klassische Bauweise: leichte Rippen, darüber eine Folie, die beim Bügeln straff wird. Sehr leicht, sehr reparabel, verlangt aber Zeit und einen ebenen Bautisch.
- Schaum (EPP und EPO)
- Der Grund, warum der Einstieg heute günstiger ist als früher. Schaum federt Abstürze weg und lässt sich mit Sekundenkleber in Minuten flicken. Die meisten flugfertigen Einsteigermodelle bestehen daraus.
- Glas- und Kohlefaser
- Für Segler und schnelle Modelle. Sehr fest und sehr glatt, entsprechend teuer, und ein Bruch ist meist ein Fall für die Werkstatt.
Was rechtlich gilt
Für den Modellflug in Deutschland gelten die EU-Drohnenverordnung und ergänzende nationale Regeln. Sie unterscheiden nach Gewicht und Einsatzort und verlangen je nach Klasse eine Registrierung als Betreiber sowie einen Kompetenznachweis. Eine Haftpflichtversicherung ist immer Pflicht.
Der einfachste Weg führt über einen Verein, und zwar aus einem rechtlichen und einem praktischen Grund. Rechtlich, weil die einfacheren Regelungen an der Mitgliedschaft in einem anerkannten Verband hängen und nicht am Gelände. Praktisch, weil dort jemand an der Seite steht, der das Startprozedere kennt. Für den ersten eigenen Flug ist das mehr wert als jedes Handbuch. Was im Einzelnen gilt, steht unterModellflug und Recht.
Der Schwerpunkt entscheidet, ob ein Modell fliegt oder nicht. Er liegt bei den meisten Bauplänen bei etwa einem Drittel der Flügeltiefe von der Vorderkante aus. Ein zu weit hinten liegender Schwerpunkt macht das Modell in der Luft unhaltbar, und daran scheitern mehr Erstflüge als an fehlendem Können.
Was rechtlich gilt
Ein Flugmodell ist seit der EU-Drohnenverordnung rechtlich dasselbe wie eine Drohne, mit einer wichtigen Ausnahme für den Betrieb im Verein. Was daraus folgt, steht unterModellflug und Recht.
Womit anfangen
Welches Modell als erstes taugt, ist keine Geschmacksfrage: Ein hoch liegender Flügel mit V-Form richtet sich von selbst wieder auf, ein Tiefdecker nicht. Einstieg in den Modellflug vergleicht die üblichen Klassen, erklärt die Abkürzungen RTF, ARF und Baukasten und beschreibt, wie man einen Verein in der eigenen Nähe findet.
Häufige Fragen
Womit fängt man beim Modellflug am besten an?
Mit einem Wurfgleiter aus Balsaholz oder Schaum, ohne Fernsteuerung. Er kostet wenige Euro, verzeiht Abstürze und lehrt Schwerpunkt und Anstellwinkel, also genau das, worauf es später ankommt. Wer direkt mit einem ferngesteuerten Modell einsteigt, verbringt die erste Zeit meist mit Reparaturen.
Was kostet der Einstieg in den ferngesteuerten Modellflug?
Ein flugfertiges Einsteigermodell mit Fernsteuerung, Akku und Ladegerät liegt im Bereich eines mittleren Haushaltsgeräts. Dazu kommen der Vereinsbeitrag, der die Haftpflichtversicherung meist einschließt, und Ersatzteile. Der größte Posten ist nicht das erste Modell, sondern das zweite.
Brauche ich für ein Modellflugzeug einen Drohnenführerschein?
Rechtlich sind Modellflugzeug und Drohne dasselbe: unbemanntes Luftfahrzeug. Damit gelten Registrierung und Kompetenznachweis nach denselben Gewichtsgrenzen. Eigene, in der Praxis einfachere Regelungen greifen nur im Rahmen eines anerkannten Modellflugverbands, und zwar für dessen Mitglieder. Sie hängen an der Mitgliedschaft, nicht am Gelände.
Muss ich in einen Verein?
Müssen nicht, aber es ist der schnellste Weg. Ein zugelassenes Gelände, ein Lehrer-Schüler-Kabel an der Fernsteuerung und jemand, der beim ersten Start neben einem steht: Das ersetzt die ersten drei kaputten Modelle. Die meisten Vereine bieten Schnuppertermine an.
Eine Liste der Modellflugvereine steht hier bewusst nicht. Sie wäre nie vollständig und in wenigen Jahren zur Hälfte falsch. Die beiden Dachverbände führen jeweils eine eigene Suche, und wie man sie benutzt, steht auf der Einstiegsseite.
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Wer noch nicht so weit ist: DiePapierflieger-Anleitungen kosten nichts außer einem Blatt Papier, und diePhysik dahinter ist dieselbe wie beim großen Modell.
